Wann brauche ich eine App und wann eine Webseite?
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Wann brauche ich eine App und wann eine Webseite?

7 min Lesezeit

Erfahre, wann du für dein Unternehmen eine App oder eine Webseite brauchst – mit Vor- und Nachteilen, Beispielen und Tipps, um die richtige Wahl zu treffen.

Hast du dich schon mal gefragt, ob dein Unternehmen eine App oder eine Webseite braucht? Die Entscheidung kann knifflig sein, besonders wenn du ein kleines oder lokales Unternehmen führst. Beide Optionen haben ihre Stärken und Schwächen, und die richtige Wahl hängt von deinen Zielen, deinem Budget und deiner Zielgruppe ab. In diesem Artikel zeige ich dir, wann eine App sinnvoll ist, wann eine Webseite die bessere Lösung ist und wie du die beste Entscheidung für dein Unternehmen triffst – mit praktischen Beispielen und Tipps.

Was ist der Unterschied zwischen einer App und einer Webseite?

Bevor wir loslegen, klären wir kurz die Begriffe: Eine App ist eine Anwendung, die du auf deinem Smartphone oder Tablet installierst, z. B. über den App Store oder Google Play. Sie ist speziell für mobile Geräte entwickelt und kann Funktionen wie GPS oder die Kamera nutzen. Eine Webseite hingegen ist eine Seite im Internet, die du über einen Browser (wie Chrome oder Safari) auf jedem Gerät besuchen kannst – ohne etwas herunterzuladen. Webseiten sind oft responsiv, das heißt, sie passen sich automatisch an die Bildschirmgröße an, egal ob auf dem Handy, Tablet oder Computer.

Vorteile und Nachteile einer App

Apps haben einige klare Stärken, aber auch Nachteile. Schauen wir uns das genauer an:

Vorteile einer App

  • Schnelle und reibungslose Nutzung: Apps sind für mobile Geräte optimiert und laden oft schneller als Webseiten, weil sie direkt auf dem Gerät laufen. Das macht die Nutzung flüssiger und angenehmer.

  • Offline nutzbar: Viele Apps funktionieren auch ohne Internet, da sie Daten lokal speichern. Das ist praktisch, z. B. wenn du unterwegs bist und kein Netz hast.

  • Zugang zu Gerätefunktionen: Apps können auf die Kamera, das Mikrofon oder GPS zugreifen – ideal für Anwendungen wie Navigations-Apps (z. B. Uber) oder Foto-Apps (z. B. Instagram).

  • Push-Benachrichtigungen: Mit Apps kannst du deinen Kunden Nachrichten schicken, z. B. „Heute 10 % Rabatt!“ Das hält sie bei der Stange und bringt sie zurück.

  • Interaktivität: Apps bieten oft komplexere Funktionen, wie Spiele, Augmented Reality oder personalisierte Inhalte, die auf Webseiten schwer umzusetzen sind.

Nachteile einer App

  • Hohe Kosten: Eine App zu entwickeln ist teuer – oft zwischen 10.000 und 50.000 Euro, je nach Komplexität. Dazu kommen Kosten für Updates und App-Store-Gebühren.

  • Längere Entwicklungszeit: Du brauchst oft separate Versionen für Android und iOS, was Zeit kostet.

  • Installation nötig: Kunden müssen die App herunterladen und installieren, was eine Hürde sein kann. Studien zeigen, dass 63 % der installierten Apps vergessen oder gelöscht werden.

  • Speicherplatz: Apps belegen Platz auf dem Handy, was Nutzer abschrecken kann, wenn sie wenig Speicher haben.

Vorteile und Nachteile einer Webseite

Webseiten haben ihre eigenen Stärken, besonders wenn es um Reichweite und Kosten geht. Hier die Details:

Vorteile einer Webseite

  • Günstiger und schneller: Eine Webseite zu erstellen ist oft günstiger als eine App – schon ab ein paar hundert Euro kannst du eine einfache Seite haben, die schnell online ist.

  • Für alle zugänglich: Jeder mit einem Browser kann deine Webseite besuchen, ohne etwas herunterzuladen. Das macht sie perfekt für eine breite Reichweite.

  • Leichte Updates: Änderungen an deiner Webseite sind sofort für alle sichtbar – kein Update-Download nötig.

  • SEO-Vorteile: Webseiten können bei Google gefunden werden, z. B. wenn jemand „Friseur Hardhöhe“ sucht. Das bringt dir mehr Besucher ohne zusätzliche Kosten.

  • Kein Speicherplatz nötig: Nutzer müssen nichts installieren, was die Hürde senkt, deine Seite zu besuchen.

Nachteile einer Webseite

  • Internet nötig: Webseiten brauchen eine Internetverbindung, um zu funktionieren (außer bei Progressive Web Apps, wie in einem früheren Artikel erwähnt).

  • Weniger interaktiv: Komplexe Funktionen wie Spiele oder Augmented Reality sind auf Webseiten schwieriger umzusetzen.

  • Kein direkter Gerätezugriff: Webseiten können nicht direkt auf die Kamera oder GPS zugreifen, was sie für manche Anwendungen einschränkt.

  • Keine Push-Benachrichtigungen: Ohne zusätzliche Technologien (wie PWAs) kannst du keine Benachrichtigungen senden, um Kunden zurückzuholen.

Wann brauchst du eine App?

Eine App ist die richtige Wahl, wenn du:

  • Interaktive Funktionen brauchst: Wenn du eine Anwendung entwickeln möchtest, die komplexe Interaktionen erfordert, z. B. ein Spiel, eine Fitness-App oder eine Plattform wie Instagram, ist eine App besser. Sie kann flüssiger arbeiten und mehr Möglichkeiten bieten.

  • Gerätefunktionen nutzen willst: Brauchst du Zugriff auf GPS, Kamera oder Mikrofon? Zum Beispiel nutzt Uber eine App, um Fahrer und Kunden per GPS zu verbinden.

  • Push-Benachrichtigungen einsetzen möchtest: Wenn du Kunden regelmäßig an dich erinnern willst, z. B. mit Angeboten („Heute 20 % Rabatt auf Haarschnitte!“), sind Push-Benachrichtigungen unschlagbar.

  • Ein engagiertes Publikum hast: Wenn deine Kunden bereit sind, deine App zu installieren und regelmäßig zu nutzen, lohnt sich die Investition. Spotify ist ein gutes Beispiel – Nutzer laden die App, um Musik offline zu hören und Playlists zu erstellen.

Wann brauchst du eine Webseite?

Eine Webseite ist die bessere Wahl, wenn du:

  • Eine breite Reichweite suchst: Möchtest du, dass jeder deine Seite besuchen kann, ohne etwas herunterladen zu müssen? Eine Webseite ist perfekt, um viele Menschen zu erreichen, z. B. für einen Online-Shop wie Amazon.

  • Ein kleines Budget hast: Wenn du schnell und günstig online gehen willst, ist eine Webseite ideal. Mit Tools wie WordPress oder Wix kannst du in wenigen Tagen eine Seite erstellen.

  • SEO nutzen möchtest: Willst du bei Google gefunden werden, z. B. wenn jemand „Friseur Hardhöhe“ sucht? Eine Webseite kann dir helfen, mehr organischen Traffic zu bekommen.

  • Einfache Infos teilen willst: Wenn du nur grundlegende Informationen bereitstellen möchtest – wie Öffnungszeiten, Preise oder Dienstleistungen – reicht eine Webseite völlig aus. Ein Friseur könnte z. B. eine Seite mit einer Preisliste und einem Kontaktformular haben.

Ein Beispiel aus der Praxis

Stell dir vor, du betreibst ein Café in Berlin. Du überlegst, ob du eine App oder eine Webseite brauchst. Wenn du eine App entwickelst, könntest du:

  • Ein Treueprogramm einbauen („Jeder 10. Kaffee gratis“), mit Push-Benachrichtigungen wie „Heute gibt’s 10 % Rabatt!“.

  • Offline-Bestellungen ermöglichen, sodass Kunden auch ohne Internet bestellen können. Aber die App kostet dich 15.000 Euro, und viele Kunden laden sie vielleicht gar nicht herunter.

Wenn du stattdessen eine Webseite erstellst, könntest du:

  • Dein Menü, Öffnungszeiten und Kontaktinfos teilen, sodass jeder dich leicht findet.

  • Über Google mehr Kunden anziehen, die „Café Berlin“ suchen. Das kostet dich nur 500 Euro und ist in einer Woche online – aber du kannst keine Push-Benachrichtigungen senden.

In diesem Fall wäre eine Webseite der bessere Start, um schnell sichtbar zu werden. Später könntest du eine App hinzufügen, wenn dein Budget es erlaubt und du ein treues Publikum hast.

Kann ich beides haben?

Manchmal ist eine Kombination aus beidem die beste Lösung. Viele Unternehmen nutzen eine Webseite, um neue Kunden zu erreichen, und eine App, um bestehende Kunden zu binden. Starbucks hat z. B. eine Webseite für allgemeine Infos und eine App, mit der Nutzer Bestellungen aufgeben und Punkte sammeln können. Eine Alternative sind Progressive Web Apps (PWAs), die das Beste aus beiden Welten bieten – wie in einem früheren Artikel beschrieben. Sie sind günstiger als native Apps und bieten dennoch App-ähnliche Funktionen.

Wie entscheidest du dich?

Frag dich selbst:

  • Was sind meine Ziele? Möchtest du viele Menschen erreichen (Webseite) oder ein engagiertes Publikum binden (App)?

  • Wie groß ist mein Budget? Wenn du wenig Geld hast, starte mit einer Webseite.

  • Welche Funktionen brauche ich? Brauchst du GPS oder Push-Benachrichtigungen (App), oder reicht es, Infos zu teilen (Webseite)?

  • Wer ist meine Zielgruppe? Sind deine Kunden bereit, eine App zu installieren, oder bevorzugen sie eine einfache Webseite?

Fazit: Die richtige Wahl für dein Unternehmen

Ob du eine App oder eine Webseite brauchst, hängt von deinen Bedürfnissen ab. Eine App ist perfekt, wenn du interaktive Funktionen, Gerätezugriff oder Push-Benachrichtigungen willst – aber sie ist teurer und braucht Installation. Eine Webseite ist ideal für breite Reichweite, SEO und geringe Kosten, aber weniger interaktiv. Oft ist es sinnvoll, mit einer Webseite zu starten und später eine App hinzuzufügen, wenn dein Geschäft wächst.

Wenn du unsicher bist, welche Lösung für dich passt, können wir dir helfen! Schreib mir, und wir finden gemeinsam heraus, ob eine App, eine Webseite oder beides das Richtige für dein Unternehmen ist.

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